Verschmähte Träume



Lesermeinungen zum Buch:


Verschmähte Träume

von Mina Urban

Lesermeinungen


Frau Kraas (60): "Nett zu lesen, aber viel Sex !"


Frau J. Kesseler, 45, Mannheim:

In diesem Roman lernen wir die frustrierte Ehefrau und Mutter Sabine kennen, die nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit ihrer Ehe sehr unzufrieden zu sein scheint. Versunken in Midlifecrisis und Selbstmitleid versucht sie auf Biegen und Brechen ihre Selbstachtung durch Beachtung von anderen Männern zu erhalten. Das kann ihr nicht gelingen, denn so funktioniert Leben und Lieben eben nicht. Ihre im Buch vorgestellten Freundinnen versuchen ihr hierbei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, sind aber selbst keine dienlichen Vorbilder. Ob ihre Rechnung aufgeht und ihre Denkweise Erfolg zeigt, das verrate ich euch natürlich nicht, da ihr diese Lektüre schon selbst lesen solltet. Viele Frauen - ich nicht - finden sich bestimmt in Sabine wieder, können ihr Tun und Denken sogar nachvollziehen. Auch ich kenne solche "Sabinen" zur Genüge. Ich würde mit Sabine hart ins "Gericht" gehen, obwohl sie ja schon selbst lt. Buch mit sich ins "Gericht" geht, habe ich diesen Roman sehr genossen, der zwar nicht autobiografisch zu sein scheint, aber durchaus sein könnte. Und mir immer wieder vor Augen gehalten hat, was für eine wunderbar funktionierende Ehe ich doch führe. Die 23 Kapitel auf 123 Seiten kann man Dank der angenehm großen Schrift in einem Rutsch durchlesen und fühlt sich wunderbar unterhalten. Das Papier fühlt sich hochglänzend und sehr hochwertig an. Das Cover ist einfach nur rot mit einem angedeuteten Knick, wobei Rot ja auch für die Liebe steht, nach der Sabine immer auf der Suche ist.
Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen!


Fünf anonyme Lesermeinungen:

1. Der Text ist anregend geschrieben, so dass man durchaus Lust auf die Geschichte bekommt.

2. Ich habe da mal quer durch ein paar Abschnitte gelesen und finde es aus der Sicht eines Mannes doch ziemlich spannend. Da sind Ansätze drin, die aufzeigen können, wie eine Frau wirklich tickt oder ticken könnte. Und Frauen sind nun einmal schwer zu ergründen.

3. Ich finde vor allem die Ideen von Frau Urban und den roten Faden durch das Buch doch sehr spannend.
Gerade für Alltagsmänner, nicht nur für “Womanizer”, dürfte es gar nicht schlecht sein, zu erfahren wie Partnerinnen oder Ehegattinen denken und fühlen und was sie sich wünschen. Was für Freuden, aber auch Sorgen sie begleiten. Sie schreibt m.E. ehrlich und lehnt sich dann und wann weit aus dem Fenster.

4. Dass Sabine nicht zufrieden in ihrer Ehe ist, bemerkt sie eigentlich erst richtig, als ihr Mann unverhofft 6 Dosen Linsensuppe eingekauft hat. Sie rächt sich, indem sie nicht mehr die liebevolle Köchin spielt, die um gesunde und vielfältige Kost für ihre Lieben bemüht ist. Sie beschließt, die eingesparte Zeit für sich selbst zu verwenden. Sie reflektiert ihr Leben und stellt fest, dass ihr nicht nur die Beachtung seitens ihres Mannes sondern auch der Sex fehlt, den ihr Mann schon lange nicht braucht. Sie lässt ihren Phantasien freien Lauf und holt sich Rat bei Freundinnen. Aber man muss sich erst selbst lieben, bevor einen die anderen lieben können, das erkennt Sabine mit der Zeit. Ihre Gerichtsverhandlungen im Kopf haben mir gut gefallen. Das Cover ist sehr schlicht in Rot. Rot wie Liebe? Ein Thema, das bestimmt zum Nachdenken anregt.
Die 113 Seiten sind sehr schnell gelesen und dazu unterhaltsam.

5. In Sabines Leben ist eigentlich alles, wie es sein sollte. Sie ist nicht nur seit Jahren verheiratet, sondern hat auch zwei Kinder. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, sich um den Haushalt, viel wichtiger aber noch, um den wöchentlichen ausgefeilten Essensplan zu kümmern. Dann bringt ihr Mann eines Tages sechs Dosen Linsensuppe mit nach Hause und argumentiert, die würde er sehr gerne essen. Sabine ist wie vor den Kopf gestoßen und fragt sich, ob sie ihre Familie überhaupt kennt. Kurzerhand beschließt sie, dass in den nächsten sechs Wochen nur noch einfachstes Essen auf den Tisch kommt. Die zusätzliche Zeit nutzt sie, um einmal richtig über ihre Ehe und vor allem über ihre unerfüllten Wünsche nachzudenken. Denn so perfekt, wie ihre Ehe auch scheint, Sex hat sie schon lange keinen mehr gehabt. Mina Urbans „Verschmähte Träume“ wird auf dem Buchumschlag um den Zusatz Roman ergänzt. Wer aufgrund dessen nun aber eine handlungsreiche Geschichte erwartet, der wird herb enttäuscht sein. Ein genauer Blick auf den Klappentext und vor allem auf den Titel ist daher unbedingt zu empfehlen, denn Mina Urban wird in ihrem Roman genau halten, was sie verspricht: Träume. So verliert sich Sabine in endlosen Tagesträumen und Erinnerungen an vergangene Urlaubsreisen. Dass sich so nichts an ihrem Leben ändert, scheint die Haus- und Ehefrau dabei keineswegs zu stören. Sie liebt ihre Fantasiereisen und –Gestalten, die sie durch den Alltag begleiten. Sabines Leben an sich steht nicht wirklich im Mittelpunkt des Geschehens, so erfährt man weder wie ihre Kinder heißen, noch als was ihr Mann tätig ist. Zwischen den endlosen Tagträumen kann der Leser eine ganz langsame und zögerliche Veränderung an Sabine wahrnehmen, die aber nur sehr punktuell ist. Sabine als Charakter ist schwierig zu fassen, als Leser erfährt man einfach zu wenig von ihr und was sie außer ihrem fehlenden Liebesleben noch bewegt. Mina Urban lässt ihre Protagonistin jedoch auch über die Liebe und die Ehe reflektieren. Die anderen auftretenden Charaktere sind nur Randfiguren und dementsprechend auch nur bis zum erforderlichen Maß ausgearbeitet. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber nach einigen Seiten recht gut lesen. Entgegen vieler anderer Meinungen muss ich leider sagen, dass mich das Buch nicht nachdenklich zurückgelassen hat, sondern eher ein wenig kopfschüttelnd. Wer wirklich etwas an seinem Leben ändern will, sollte sich an Sabine jedenfalls kein Vorbild nehmen. Vielmehr kann der Roman aber dafür dienen um zu erfahren, was eine gute Ehe alles ausmacht und wie man dies erkennt. Leider konnte mich "Verschmähte Träume" nicht begeistern und so vergebe ich nur zwei Sterne.



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